Umfrage zum Eichplatz

DIE LINKE befragte Bürgerinnen und Bürger zur geplanten Eichplatzbebauung

Ausgewertet wurde die von der LINKEN zur Visualisierung der Eichplatzbebauung am 13. Oktober 2013 durchgeführte Bürger_innenbefragung. 120 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich und füllten einen Fragebogen aus. „Die Auswertung der Fragebögen gestaltete sich schwierig, da viele Bürgerinnen und Bürger nicht nur die Fragen mit ja oder nein ankreuzten, sondern auch eigene Meinungen und Vorschläge äußerten“, so Jens Thomas, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Jenaer Stadtrat.

Erkennbar ist ein deutlicher Trend: von den 120 ausgewerteten Fragebögen fühlen sich 14 Befragte ausreichend – 83 aber nicht ausreichend von der Stadtverwaltung informiert. 101 der Befragten wünschen sich eine stärkere Bürger_innenbeteiligung – 7 sprachen sich dagegen aus. Die entscheidende Frage, ob der Entwurf der Stadtverwaltung gefällt und die Bebauung des Eichplatzes genau so erfolgen soll, beantworteten gerade mal vier Bürger_innen mit ja – 96 stimmten mit nein.

Immer wieder verwendeten die Bürger_innen Schlagworte wie: zu viel Beton, zu hoch, zu groß, zu klotzig, zu wenig Grün. Die Gebäude seien einfallslos und hässlich, die Gassen zu eng. Andere wünschten sich kleinere Häuser, die Anpassung an den historischen Baustil, mehr Gemütlichkeit. Besonders viel Kritik erntete die Überbauung der Weigelstraße und des Kirchplatzes – das „Schiff“ verschandele den Platz. Auch gab es Beschwerden darüber, dass die von KIJ durchgeführte Befragung als Ergebnis nur das „Ja“ oder „Nein“ zur Bebauung bekannt gab, das widerspiegele nicht die Vorstellung der Bürger_innen zum Wie der Bebauung.

Die Meinungen gingen insgesamt weit auseinander - von einem grundsätzlichen „Ja“ zur Bebauung, über ein „weniger ist mehr“, bis hin zu Forderungen wie: sich mehr Zeit zu lassen, grundlegend neu zu starten oder den Platz vollständig zu begrünen und auf eine Bebauung zu verzichten.

Befragt wurden die Bürger_innen ebenfalls zu den von der LINKEN zum Eichplatz in den Stadtrat eingebrachten Vorschlägen. So sprachen sich z.B. 104 von 120 Befragten dafür aus, dass das Grundstück des jetzigen Eichplatzes in städtischem Besitz bleiben sollte.

Die Ergebnisse der Befragung zu den im Stadtrat bereits abgelehnten Vorschlägen der LINKEN hier im Überblick:

 

Frage

ja

nein

Es ist mehr Grün in die Bebauung einzuordnen:

109

1

Der neue Eichplatz soll größer und grüner werden:

99

9

Ein Brunnen und ein Spielplatz sind einzuordnen:

101

6

Es sind mehr der bestehenden Bäume zu erhalten:

106

0

Es soll mehr Wohn- und weniger Gewerbefläche entstehen:

85

7

Die Bebauung sollte kleinteiliger und kleinflächiger erfolgen:

96

3

Das Grundstück „Eichplatz“ sollte in städtischem Besitz verbleiben:

104

2

Die Bebauungen sind auf ihre Umweltauswirkungen zu prüfen:

99

1

Der Planungs- und Vergabeprozess muss transparent gestaltet werden:

103

1

Beteiligungs- und Informationsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger sind einzurichten:

102

0


An den Ergebnissen unserer (nicht repräsentativen) Umfrage ist deutlich zu erkennen, dass die Bürgerinnen und Bürger Jenas nicht, wie von der Verwaltung gerne behauptet, grundsätzlich und eindeutig einer Bebauung des Eichplatzes zustimmen. Die jetzt vorliegenden Entwürfe, mit denen ein Verkauf des zentralen Platzes einhergeht, werden zum großen Teil abgelehnt. Die Proteste zur Eichplatz-Bebauung reißen nicht ab und der Unterstützer_innenkreis des Moratoriums wächst weiter an. Wir können den Oberbürgermeister und die Verwaltung nur weiterhin auffordern, den Verkauf des Eichplatzes auszusetzen und die Pläne neu zu überdenken.

 

Jens Thomas, Fraktionsvorsitzender

DIE LINKE im Stadtrat Jena