
Jenaer LINKE unterstützt Gegenproteste
Nazi-Festival in Gera erleidet massiven Einbruch bei Besucherzahlen
Die Proteste und Blockaden gegen das sogenannte ‚Rock für Deutschland‘ fanden auch Unterstützung bei der Jenaer LINKEN. Die Rechtsrock-Veranstaltung fand inzwischen zum achten Mal in Folge an der Weißen Elster statt und hatte letztes Jahr mit knapp 5.000 Besuchern einen traurigen Höhepunkt erreicht.
Kai Bekos, Jenaer Stadtverbandsvorsitzender der LINKEN, zieht eine durchaus positive Bilanz : „Natürlich ist uns eine komplette Verhinderung des Events nicht gelungen. Aber mit schätzungsweise 700 Teilnehmern haben die Neofaschisten in keinster Weise an die Vorjahreszahlen anknüpfen können. Ein wichtiger Faktor für diesen Rückgang war sicher der bundesweite Aufruf zu Gegenprotesten. Dieser hat den ein oder anderen Nazi vorahnen lassen, dass es diesmal nicht so leicht werden würde.“ Auch wenn das Potential für effektive Blockaden noch gefehlt habe, so sei die Anreise für die Rechten doch erstmals erheblich erschwert gewesen.
Auch Ralph Lenkert, Bundestagsabgeordneter für Jena, Gera und den Holzlandkreis, sieht die diesjährige Entwicklung als einen Schritt nach vorn. Die anwachsende Zahl der Protestierenden, vor allem auch unter den Geraerinnen und Geraern, sei Ausdruck des zunehmenden Widerstands gegen das braune Gedankengut. Wichtig hierfür ist nach Ansicht des Parlamentariers auch die Bereitschaft in der Stadt selbst gewesen, ein breites Bündnis gegen Rechts zu schmieden. „Die Situation war dieses Jahr zumindest so, dass man von einer Behinderung des Nazi-Fests sprechen kann. In den Vorjahren konnten die Rechten ja ohne wirkliche Gegenwehr auf der Spielwiese ihr Konzert abhalten und 2009 sogar die größte Nazi-Veranstaltung in Thüringen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durchführen. Hier ist zumindest ein Bewusstsein im Wachsen, welches einen Kontrapunkt zum bisher häufig praktizierten lethargischen und inkonsequenten Umgang mit dem Problem darstellt“, meint Lenkert und fügt zusammenfanden hinzu: „Die über 1.000 Gegendemonstranten, die nach der Aufhebung der Blockaden am Nachmittag durch die Stadt zogen, stimmten mich optimistisch. Ein Erfolg, auf dem wir aufbauen müssen um zukünftig mit einer noch breiteren Masse die Nazis gänzlich fernzuhalten.“



