Wohnen für alle – Mietenwahnsinn in Jena stoppen!
Wir alle wollen lebenswert und bezahlbar wohnen. Doch in Jena ist die Miete längst nicht mehr für alle Menschen bezahlbar! In Jena sind die Mieten in den letzten 15 Jahren um 50% erhöht worden. Während die Wohnungslosigkeit steigt, zahlen Menschen bis zu 50%+ ihres Einkommens fürs Wohnen, manche:r Azubi muss in eine andere Stadt ziehen.
Wir sagen: genug mit dieser schädlichen Wohnungspolitik! Wohnen muss wieder für alle Menschen bezahlbar und lebenswert sein!
Mit unserem Einwohner*innen-Antrag wollen wir erreichen, dass sich der Rat der Stadt Jena ernsthaft mit diesem Problem auseinandersetzt. Wir fordern, dass endlich konkrete Maßnahmen entwickelt werden, die den betroffenen Menschen wirklich helfen, damit ihre Miete wieder bezahlbar wird und bleibt.
Was wir mit dem Antrag erreichen wollen
Wir wollen die Stadtpolitik zwingen, sich mit den Problemen der Menschen öffentlich auseinanderzusetzen, und dass der Stadtrat endlich etwas gegen den Mietennotstand tut.
Wir fordern: Der Rat der Stadt Jena soll die Stadtverwaltung beauftragen, ein Paket mit Maßnahmen zu erarbeiten, das den betroffenen Menschen hilft und dieses Paket dann umsetzen. Das Paket muss mindestens folgende Maßnahmen umfassen:
Unsere Forderungen
Die Stadt muss:
- den Mietennotstand ausrufen, weil die Mieten für viele ein unerträgliches und nicht mehr bezahlbares Niveau erreicht haben.
- eine Melde- und Beschwerdestelle für Mietwucher einrichten. Es braucht eine Anlaufstelle, die Hinweise auf überhöhte Mieten entgegennimmt und Mieter*innen unterstützt.
- eine Melde- und Beschwerdestelle für Mietmängel einrichten. Gutes, menschenwürdiges Wohnen muss auch beinhalten, dass die Bausubstanz der Wohnungen in Jena erhalten bleibt.
Was ist ein Einwohner*innen-Antrag?
Ein Einwohner*innen-Antrag ist ein direktdemokratisches Instrument, mit dem Bürger*innen den Stadtrat in Jena auffordern können, sich mit einem bestimmten Thema zu beschäftigen. Wenn die nötigen Unterschriften gesammelt wurden, muss der Stadtrat über die Angelegenheit des Antrags beraten.
Du willst unterschreiben? Genau richtig!
Mit deiner Unterschrift hilfst du dabei, Druck auf die Stadtpolitik auszuüben und zeigst, dass wir die Mietensituation nicht hinnehmen wollen.
Link Liste Solidarische Orte
Unterschriften sammeln & weiterhelfen!
Du willst noch mehr tun? Dann hilf uns, die nötigen Unterschriften zu sammeln! Jede Unterschrift zählt und zeigt der Stadtpolitik, dass die Menschen in Göttingen Mietsteigerungen und Wohnungsnot nicht länger aushalten.
Jena wächst – der Wohnraum wächst nicht mit
Jena gehört zu den attraktivsten Städten Thüringens. Universität, Forschungseinrichtungen und innovative Unternehmen ziehen jedes Jahr neue Menschen an. Doch während die Stadt wächst, wächst der Wohnungsmarkt nicht im gleichen Tempo. Bezahlbare Wohnungen sind knapp und die Konkurrenz um Wohnraum ist groß.
Mieten steigen seit Jahren
Die durchschnittliche Kaltmiete liegt in Jena inzwischen bei rund 12 bis 12,5 Euro pro Quadratmeter. In besonders gefragten Lagen werden sogar bis zu 15 Euro pro Quadratmeter verlangt.
Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung bedeutet das schnell über 800 Euro Kaltmiete pro Monat und das ohne die Nebenkosten.
Kleine Wohnungen besonders teuer
Vor allem kleine Wohnungen sind stark nachgefragt. Für Studierende kostet eine typische 30-Quadratmeter-Wohnung inzwischen rund 466 Euro monatlich. Die Preise sind zuletzt innerhalb eines Jahres um mehr als 6 % gestiegen.
Viele Menschen sind betroffen
Die Wohnungsfrage betrifft längst nicht mehr nur Studierende. Auch
- Familien
- Alleinerziehende
- Rentnerinnen und Rentner
- Menschen mit geringem oder durchschnittlichem Einkommen
spüren die steigenden Mieten deutlich. Viele Haushalte müssen heute einen immer größeren Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben.
In der Wohnungspolitik gibt es eine magische Zahl: sie lautet 33 %. Wer mehr als 1/3 seines Einkommens für die Miete ausgibt, gilt als überbelastet durch die Miete.
Wohnungen als Renditeobjekte
Ein Grund für die steigende Preise ist, dass sich ein großer Teil des Neubaus an hohen Renditen orientiert. Wohnungen werden zunehmend als Investition für Immobilienunternehmen und Kapitalanleger gebaut. Bezahlbarer Wohnraum bleibt dabei oft auf der Strecke.
Zu wenig Sozialwohnungen
Gleichzeitig fallen immer wieder Wohnungen aus der sozialen Bindung heraus, während zu wenige neue Sozialwohnungen entstehen. Dadurch wird das Angebot an günstigen Wohnungen immer kleiner.
Die Folgen für die Stadt
Immer mehr Menschen müssen
- länger nach Wohnungen suchen
- in kleinere Wohnungen ziehen
- oder ins Umland ausweichen.
Das führt zu längeren Wegen zur Arbeit, zur Schule oder zur Uni. Zudem verändert es die soziale Struktur der Stadt.
Wohnen darf kein Luxus sein
Wohnen ist ein Grundrecht!
Jena darf nicht zu einer Stadt werden, in der sich nur noch Gutverdienende eine Wohnung leisten können.
Bezahlbarer Wohnraum ist entscheidend dafür, dass unsere Stadt für alle lebenswert bleibt.
In ganz Deutschland ist die Wohnsituation angespannt, doch in Jena besonders. Wir als Mietenkampagne der LINKEN Jena verfolgen deshalb das Ziel, Wohnen wieder als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge zu begreifen und nicht allein dem freien Markt zu überlassen.
1. Mietpreise stoppen und kontrollieren
Jena hat einen der höchsten durchschnittlichen Mietpreise in Ostdeutschland. Deswegen fordern wir:
- Einen Mietendeckel (am liebsten bundesweit, aber mindestens in Jena)
- Die Einführung einer App, mit der Mieter überhöhte Mieten (Verstoß gegen die Mietpreisbremse) leichter melden können.
- Unterstützung der Mieter bei der Prüfung von Betriebskostenabrechnungen, um versteckte Mieterhöhungen zu verhindern (Heizkosten-Check)
2. Sozialen Wohnungsbau sichern
Neuer Wohnraum darf nicht nur für Gutverdiener gebaut werden. Deswegen fordern wir:
- Die Quoten für sozialen Wohnungsbau in neuen Wohngebieten (wie z. B. „Am Oelste“) nicht zu senken oder aufzuheben (Erhalt der Sozialquote)
- Eine Förderung von genossenschaftlichem und gemeinwohlorientiertem Wohnungsbau
- Bindungsfristen von mindestens 30 Jahren oder dauerhafte Sozialbindungen; Sozialwohnungen sollen nicht nach wenigen Jahren aus der Bindung fallen.
- Den Bau eines Lehrlingswohnheimes und mehr bezahlbaren Plätzen in Studierendenwohnheimen. Jena ist eine Universitäts- und Ausbildungsstadt.
- Den Umbau bestehender Wohnungen (insbesondere in Gebieten wie Lobeda und Winzerla), um sie altersgerecht und barrierefrei zu gestalten. Jena muss auch für Rentner:innen bezahlbar und lebenswert bleiben.
3. Kommunalen Einfluss stärken
Die Stadt soll selbst wieder aktiver auf dem Wohnungsmarkt werden. Wir fordern:
- Verkaufsstopp von kommunalen Flächen. Jena soll Grundstücke aktiv ankaufen, statt sie privaten Investoren zu überlassen.
- Die städtische Wohnungsgesellschaft Jenawohnen soll primär dem Gemeinwohl und nicht der Gewinnmaximierung verpflichtet sein.
- Kurzzeitvermietung (z. B. über Airbnb) soll eingedämmt und der Wohnraum der städtischen Bevölkerung (oder jenen, die es werden wollen) zur Verfügung gestellt werden.
Außerdem fordern und fördern wir eine grundlegende Offenheit gegenüber dem Ausprobieren und Zulassen von neuen und/oder alternativen Wohnformen (wie Wagenplätze, Tinyhouses, Senior*innen-WGs und Mehrgenerationenhäuser). Zudem treten wir für eine anbieter:innenunabhängigen, stadtweiten Wohnungstauschbörse ein. Nicht zuletzt lehnen wir Gentrifizierung ab und wollen sozial gemischte Wohngebiete, in denen Familien, Geringverdiener*innen, Berufsanfänger*innen sowie Menschen mit Behinderung ebenso wie alle anderen in allen Stadtteilen wohnen können und die Bedürfnisse unterschiedlicher Generationen Beachtung finden.



