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Die Linke lehnt Musterungszentrum in Jena entschieden ab

Vorstand

Der Stadtverband Jena von Die Linke spricht sich entschieden gegen die geplante Einrichtung eines Musterungszentrums der Bundeswehr in Jena aus. Für die Partei ist dieses Vorhaben kein bloßes Verwaltungsprojekt, sondern Ausdruck eines politischen Kurses, der auf Aufrüstung, gesellschaftliche Militarisierung und die Rückkehr zur Wehrpflicht setzt.

Die Linke kritisiert, dass durch die geplante Einrichtung eines Musterungszentrums die Militarisierung der Gesellschaft fester Bestandteil des öffentlichen Lebens in Jena werde. Dies sei ein fatales Signal. Gerade in Zeiten internationaler Krisen brauche es mehr diplomatische Initiativen, soziale Sicherheit und Investitionen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt – nicht die weitere Verankerung militärischer Strukturen im Alltag.

Dazu erklärt William Grawe, jugendpolitischer Sprecher der Linken in Jena: „Wir lehnen die Wiedereinführung der Wehrpflicht sowie verpflichtende Musterungen grundsätzlich ab. Die aktuelle Debatte zeigt, wie gezielt die Gesellschaft auf eine stärkere militärische Ausrichtung vorbereitet werden soll. Unter dem Vorwand ‚gesellschaftlicher Verantwortung‘ wird versucht, junge Menschen wieder stärker an militärische Logiken und staatliche Zwangsdienste heranzuführen.“

Die Partei sieht zudem kritisch, dass Kommunen zunehmend Teil bundesweiter Aufrüstungsstrategien werden – sei es durch einseitige Besuche der Bundeswehr in Schulen, durch die Produktion von Rüstungsgütern oder durch die Einrichtung eines Musterungszentrums. Städte und Gemeinden sollten Orte sozialer Daseinsvorsorge, demokratischer Teilhabe und friedlicher Entwicklung sein, keine Bausteine militärischer Mobilmachungspolitik.

„Während Schulen, soziale Einrichtungen und Kommunen vielerorts unter chronischer Unterfinanzierung leiden, werden neue militärische Strukturen aufgebaut und normalisiert. Angesichts explodierender Mieten, des Klimawandels, internationaler Krisen und steigender Preise im Supermarkt halten wir das für die falsche politische Prioritätensetzung. Junge Menschen brauchen sichere Ausbildungsplätze, bezahlbaren Wohnraum und Zukunftsperspektiven. Alles andere bedeutet, Verantwortung von sich zu schieben, und ist respektlos gegenüber jüngeren Generationen!“, erklärt Florian Demmler, Sprecher des Stadtverbandes Die Linke Jena.

Ein Musterungszentrum widerspräche laut der Partei dem Selbstverständnis Jenas als weltoffene Wissenschafts- und Hochschulstadt, die für Forschung, Bildung, kulturellen Austausch und zivilgesellschaftliches Engagement steht.

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