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Gründe für Umstrukturierung des Stadtforstes eher dünn

„Veränderung um der Veränderung willen“, nennt Stadträtin Heidrun Jänchen (Piratin in der Fraktion Die Linke) den Plan, das Jenaer Forstamt aus dem Kommunalservice Jena (KSJ) herauszulösen und als Regiebetrieb an das Dezernat für Soziales, Gesundheit, Zuwanderung und Klima anzubinden. Die Vorlage des Oberbürgermeisters zum Thema – ganze anderthalb Seiten – sei nicht nur körperlich, sondern auch inhaltlich dünn. Welche Vorteile man von der Umstrukturierung erwarte, bleibe nebulös.

Einmalig dürfte sein, dass das Ergebnis bereits zwei Wochen vor der Behandlung im KSJ-Werkausschuss und einen vollen Monat vor der Beschlussfassung im Stadtrat in der Presse stand. Auch auf eine frühzeitige Einbeziehung des Personalrates verzichtete die Stadt. Der hatte zusammen mit der Belegschaft per Rundmail von den Plänen erfahren – am selben Tag wie die Presse, wie die Stellvertretende Personalratsvorsitzende Inken Franke berichtet. Ein Gespräch mit der Belegschaftsvertretung habe es noch immer nicht gegeben. „Das befördert alle möglichen Gerüchte und Befürchtungen“, sagt sie, „und wir können dem nichts entgegensetzen, weil wir auch nicht mehr wissen.“

„Das ist Behinderung der Personalratsarbeit, gesetzeswidrig und schlechter Stil“, kritisiert Jänchen, die selbst seit fast 20 Jahren als Betriebsrätin aktiv ist.

Dass die Maßnahme fachlich sinnvoll ist, bezweifelt die Stadträtin. Einerseits ist KSJ auch für die zahlreichen Stadtbäume und Grünanlagen zuständig. Die Synergien lägen auf der Hand, und bisher sei das alles reibungslos gelaufen. Andererseits sei der Stadtforst längst dabei, den Wald klimaresistenter zu machen. Wo bis vor kurzem Fichten standen, werden Eichen, Buchen und Weißtannen nachgepflanzt, die mit Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen. „Ob sie dazu unbedingt Anleitung aus dem Sozialdezernat brauchen?“, fragt sich Jänchen. Nur wegen des Bildungsangebotes im Naturerlebniszentrum müsste man nicht gleich den gesamten Wald umorganisieren – und das passe eigentlich besser ins neue Bildungsdezernat. Dass es die Umstrukturierung zum Nulltarif gäbe, wie es auf der Vorlage des Oberbürgermeisters steht, glaubt sie nicht. Ihre Fraktion befürchtet, dass völlig unnötig Geld ausgegeben wird, obwohl an anderen Stellen wie etwa beim Nahverkehr gespart werden soll.

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