Hoffnung auf Straßenbenennung nach Anton Amo

Die Fraktion Die Linke im Jenaer Stadtrat begrüßt, dass zukünftig eine Straße, ein Weg oder ein Platz in der Innenstadt nach Anton Wilhelm Amo benannt werden soll. Einem entsprechenden Antrag der Fraktion, der eine Benennung im künftigen Eichplatz-Areal forderte, folgte kürzlich der Kulturausschuss mit kleinen Änderungen.

Anton Wilhelm Amo ist ein aus Ghana stammender Philosoph der deutschen Frühaufklärung und lebte und wirkte in Jena von 1739 bis 1746. Seine afrikanische Herkunft im kolonialen Kontext macht ihn in der akademischen Gesellschaft im Deutschland seiner Zeit zu einer einzigartigen Figur. In den letzten Jahren ist durch Übersetzungen aus dem Lateinischen auch sein facettenreiches Werk von der Wissenschaft in seinem Wert wiederentdeckt worden. Berlin, Stuttgart, Halle und Wolfenbüttel haben Amo inzwischen durch Straßenbenennungen geehrt. Auch in Jena gab es Vorschläge, die jedoch bisher gescheitert waren.

Dr. Beate Jonscher dazu: "Wir begrüßen, dass der Kulturausschuss diesen Beschluss nun gefasst hat. Wir bemühen uns bereits seit einiger Zeit darum, hier in der Stadt Jena eine Straße nach Amo zu benennen. Der Beschluss bringt uns ein Stück weiter, auch wenn klar ist, dass sich die tatsächliche Benennung noch ein paar Jahre verzögern kann."

"In der Diskussion wurde vorgeschlagen, dass die Innenstadt als Ziel der Straßenbenennung angenommen werden sollte, und nicht allein das Eichplatz-Areal. Diesem Kompromiss konnten wir folgen, sehen aber an keiner anderen Stelle, dass in naher Zukunft neue öffentliche Wege und Plätze entstehen. Zudem liegt der Eichplatz in der Nähe des bekannten Wohnortes von Amo." kommentiert die Stadträtin die Diskussion im Kulturausschuss. Eine Stele für Amo, wie ebenfalls als Alternative vorgeschlagen, liegt eher in weiter Ferne, wie Dr. Jonscher verdeutlicht: "Wir haben keine Abbildung von Anton Wilhelm Amo, keine konkrete Vorstellung davon, wie er aussah. Seine wissenschaftlichen Arbeiten befassten sich mit abstrakten Begriffen. Auf dieser Basis eine bildliche Darstellung zu erschaffen, die dem Menschen und dem Philosophen Amo gerecht wird, ist aussichtslos."